SonRAIL und SLIP: Wenn Technik Ruhe schafft

Lärm gehört zu den grössten Belastungen im Umfeld von Bahnlinien. Für Anwohnende bedeutet er schlaflose Nächte und sinkende Lebensqualität. Für Projektverantwortliche ist Lärm ein sensibler Faktor, der die Akzeptanz eines Projekts beeinflusst und den reibungslosen Ablauf von Bewilligungsverfahren mitbestimmt. Wer heute Bahninfrastruktur plant, muss Lärm nicht nur messen, sondern verstehen, vorausschauend bewerten und wirksam reduzieren.

Genau hier setzt G+P an.

SonRAIL und SLIP: Wenn Technik Ruhe schafft
SonRAIL und SLIP: Wenn Technik Ruhe schafft

Vom Geräusch an der Schiene bis zur Wirkung beim Menschen

Mit SonRAIL, dem anerkannten Modell der EMPA, lässt sich berechnen, wie laut Züge an der Quelle sind. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle: Zugtyp, Schienen, Schwellen, Gleisgeometrie oder die Rauigkeit der Schienen. Diese technischen Details haben einen grossen Einfluss darauf, wie genau und verlässlich die Prognosen ausfallen. Schon kleine Fehler in der Parametrierung können ganze Projekte in die falsche Richtung lenken.

Doch selbst die beste Emissionsberechnung ist nur der erste Schritt.

Denn was Menschen wirklich belastet, ist nicht die Lautstärke an der Schiene, sondern das, was bei ihren Häusern ankommt.

SLIP: Unsere Brücke zwischen Technik und Alltag

Um diese Wirkung zuverlässig zu erfassen, hat G+P das Modell SLIP entwickelt. Es berechnet, wie sich Schall über das Gelände, entlang von Gebäuden und durch Bebauung ausbreitet. Weil wir dieses Tool selbst konzipiert haben, kennen wir jede Modellannahme, jede Grenze und jede Stellschraube. Das macht den entscheidenden Unterschied zwischen theoretischen Zahlen und realitätsnahen Prognosen.

SLIP verbindet die Daten aus SonRAIL mit Topografie und Bebauung und übersetzt sie in präzise Immissionswerte. So entsteht ein klares Bild davon, wo Lärm wirklich ankommt, wie stark er wahrgenommen wird und welche Massnahmen zum Schutz vor Lärm sinnvoll sind.

Warum das für Projekte entscheidend ist

Eine realistische Modellierung schützt vor zwei typischen Fehlern:

  • Zu wenig Schutz, der zu Einsprachen, Nachbesserungen und rechtlichen Problemen führt
  • Zu viel Schutz, der unnötige Kosten verursacht und die Integration ins Ortsbild belastet

Mit der Kombination aus SonRAIL und SLIP schafft G+P eine belastbare Grundlage für Entscheidungen. Wir zeigen, wo Lärmschutz wirklich nötig ist, und dimensionieren Massnahmen so, dass sie wirksam, wirtschaftlich und architektonisch gut integriert sind.

Rechtssicherheit und Vertrauen von Anfang an

Lärmschutz ist nicht nur ein technisches Thema, sondern auch ein rechtliches. Projekte müssen die Grenzwerte der Lärmschutz Verordnung einhalten und Bewilligungsverfahren bestehen. Unsere Erfahrung aus Hunderten von Projekten erlaubt es uns, sensible Zonen früh zu erkennen und Risiken proaktiv zu entschärfen.

Mit fundierten Gutachten und nachvollziehbaren Modellen sichern wir die Verfahren ab und erleichtern den Dialog mit Behörden, Projektbeteiligten und der Bevölkerung.

Technik, die Menschen dient

Am Ende geht es nicht um Software oder Formeln. Es geht um Lebensqualität, um Akzeptanz für Infrastruktur und um eine Mobilität, die leiser und verträglicher wird. Indem wir Emissionen und Immissionen konsequent zusammen denken, helfen wir mit, Bahnprojekte so zu gestalten, dass sie funktionieren und angenommen werden.

Fazit

Der Weg von der Schallemission zur wirksamen Lärmminderung ist anspruchsvoll. G+P verbindet dafür technisches Know how, eigene Modellierungstools und langjährige Projekterfahrung. Mit SLIP und SonRAIL schaffen wir verlässliche Entscheidungsgrundlagen, die rechtssicher, realistisch und wirtschaftlich sind.

Wir machen aus komplexer Akustik verständliche Daten und aus Daten bessere Projekte.

Ähnliche Artikel

SLIP20 – Wir sind bereit für sonROAD18

SLIP20 – Wir sind bereit für sonROAD18

Die von uns programmierte Ingenieursoftware SLIP 20 ermöglicht die Durchführung von Lärmberechnungen mit dem neuen Modell sonROAD18. Wir von G+P AG haben die Implementierung von sonROAD18 in SLIP20 in vielen Projekten getestet und sind überzeugt, dass SLIP20 für die neue Ära der Strassenlärmberechnung bereit ist.
Akustische Beurteilung von PV-Anlagen an Autobahnen

Akustische Beurteilung von PV-Anlagen an Autobahnen

In der Energiestrategie 2050 übernimmt die Solarenergie eine primäre Rolle für die künftige Energieversorgung der Schweiz. Nebst Örtlichkeiten wie Fassaden und Dächer von Gebäuden ist auch das Potential von Photovoltaikanlangen (PV) entlang von Verkehrsinfrastrukturen (Stützmauern, Lärmschutzwänden etc.) in den Fokus gerückt. Das dortige Anbringen der Solarpanels kann die Schallausbreitung beeinflussen und kann einerseits lärmreduzierend (als Hindernis) oder lärmverstärkend (als Reflexionsfläche) wirken. G+P hat im Rahmen eines Pilotprojekts im Auftrag des Bundesamts für Strassen (ASTRA) die akustische Beurteilung einer geplanten PV-Anlage entlang eines Nationalstrassenabschnitts begleitet, wobei der Fokus insbesondere auf den Reflexionen lag, die zu unerwünschten Lärmzunahmen bei Anwohnern führen können.
sonROAD18: Lärmkataster

sonROAD18: Lärmkataster

Strassenlärm betrifft ein Drittel der Schweizer Bevölkerung. Um dem entgegenzuwirken, sind die Kantone verpflichtet, einen Lärmkataster für den Strassenverkehr zu erstellen. Mit sonROAD18, einem präzisen und gesetzeskonformen Modell, steht ihnen ein modernes Werkzeug zur Verfügung, um Lärmbelastungen zu kartieren, Sanierungen zu priorisieren und die Bevölkerung zu informieren.