Zwei Rezepturen im Vergleich
Lärmarme Strassenbeläge gehören zu den wirksamsten Massnahmen zur Reduktion von Strassenlärm. Doch welche Rezeptur langfristig überzeugt, ist oft unklar. Genau hier setzt das Projekt in Subingen an.
Das Amt für Verkehr und Tiefbau des Kantons Solothurn liess 2025 auf der Luzernstrasse zwei unterschiedliche SDA 4-Belagsrezepturen aus semidichtem Asphalt mit unterschiedlichen Hohlraumgehalten einbauen: einen SDA 4-12 und einen SDA 4-16. Ziel ist es, die akustische Wirkung der beiden Varianten über mehrere Jahre hinweg zu vergleichen und fundierte Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.
Warum Standardmessungen nicht ausreichen
Eine CPX-Messung (Close-Proximity-Messungen) zeigt, wie laut oder leise ein Belag ist. Doch sie erklärt nicht, warum sich Beläge unterschiedlich verhalten. Gerade bei ähnlichen Rezepturen bleiben entscheidende Unterschiede oft verborgen.
Um diese sichtbar zu machen, kombiniert G+P verschiedene Mess- und Analyseverfahren. So werden nicht nur die akustischen Eigenschaften erfasst, sondern auch die zugrunde liegenden Mechanismen verstanden – von der Oberfläche bis ins Porensystem.

Fünf Methoden für klare Antworten
In Subingen kommen fünf sich ergänzende Verfahren zum Einsatz. Die CPX-Messung liefert die flächendeckende akustische Beurteilung. Die 3D-Texturanalyse erfasst die Oberflächenstruktur mit Millionen von Messpunkten. Bautechnische Untersuchungen prüfen Mischgut und Einbauqualität.
Mit der Wirkungsanalyse werden die Schallentstehungsmechanismen aufgeschlüsselt. Ergänzend macht die AVCA (Acoustic Void Content Analysis) das Porensystem im Inneren des Belags sichtbar. Erst dieses Zusammenspiel ermöglicht ein vollständiges Verständnis der akustischen Wirkung.
Erste Ergebnisse: Kleine Unterschiede, grosse Wirkung
Bereits die erste Messrunde zeigt: Beide Beläge erreichen sehr gute akustische Anfangswerte. Der SDA 4-16 erzielt eine um 1.5 dB(A) bessere akustische Wirkung als der SDA 4-12.
Die vertieften Analysen zeigen auch, weshalb: Der SDA 4-16 weist ein offeneres Porensystem auf. Dadurch sinkt der Luftströmungswiderstand und die Schallabsorption nimmt zu. Solche Zusammenhänge lassen sich nur durch die Kombination mehrerer Methoden zuverlässig erkennen.
Fundierte Entscheidungen statt Annahmen
Für Kantone und Gemeinden ist die Wahl der richtigen Belagsrezeptur eine Entscheidung mit langfristigen Auswirkungen – technisch, finanziell und gesellschaftlich.
Die Analysen von G+P liefern die Grundlage, um diese Entscheidungen fundiert zu treffen. Sie helfen, Risiken zu reduzieren, Investitionen gezielt einzusetzen und die akustische Wirkung nachhaltig zu optimieren.
Mehrwert für Mensch und Umwelt
Weniger Strassenlärm bedeutet mehr Lebensqualität. Anwohner:innen werden entlastet, der öffentliche Raum gewinnt an Aufenthaltsqualität und gesetzliche Lärmgrenzwerte können besser eingehalten werden.
Projekte wie in Subingen zeigen, wie datenbasierte Analysen konkret zur Verbesserung der Umwelt beitragen können – heute und in Zukunft.
Das Projekt läuft weiter
Die Messungen werden in den kommenden Jahren fortgesetzt. So lässt sich beobachten, wie sich die akustischen Eigenschaften der beiden Beläge über die Zeit entwickeln.
Am Ende entsteht eine belastbare Datengrundlage, die zeigt, welche Rezeptur langfristig den grössten Nutzen bietet und wie lärmarme Strassen gezielt weiterentwickelt werden können.
Fazit
In Subingen zeigt sich exemplarisch, wie fundierte Analysen über reine Messwerte hinausgehen. Erst die Kombination verschiedener Methoden macht die entscheidenden Unterschiede sichtbar und ermöglicht verlässliche Empfehlungen für die Praxis.
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Unser Team Belagsakustik unterstützt Sie von der ersten Messung bis zur vertieften Analyse.
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